Der nächtliche Lehrer

Der nächtliche Lehrer - Klaus Böldl Was für ein wunderbares Buch. Lennart, der nächtlichen Lehrer, der mit seinen - am Anfang des Buches - 25 Jahren schon seltsam alt scheint, kommt in eine kleine Stadt in Schweden um dort seine erste Stelle als Lehrer anzutreten und man sieht dabei zu wie ihm das Leben geschieht, ein leises Leben, dass so dahinzieht, eher Rinnsal als Strom. Nichts in diesem Buch ist je laut, die Sprache ist lakonisch, unaufgeregt und fein und der Mann dem Böldl auf diesen 125 Seiten folgt ist bedächtiger Beobachter der Natur und dessem was ihm widerfährt gleichermaßen - er scheint hauptsächlich Auge und Ohr und Nase zu sein, und mehr als einmal habe ich beim Lesen mit ihm gerochen, gehört und gesehen. Vor der beschriebenen Natur in diesem Buch wirkt jedes Leben, jedes individuelle Schicksal seltsam klein, wie aus der Vogelperspektive betrachtet und mir scheint, das war wohl auch der Plan des Autors, dessen Protagonist manchmal ganz farblos, fast durchsichtig wird vor all den Wäldern durch die man ihn ziehen sieht, fast als wolle er in ihnen verschwinden - Baum werden.
Ein trauriges, leises, wunderschönes Buch.